Eignen sich Brokatstoffe als Sofabezug?

Als Brokatstoffe bezeichnet man gemusterte Chemie- oder Seidenfasergewebe mit eingewebten Metallfäden. Historische Brokatstoffe waren vor allem hohen Würdenträgern in Kirche und Staat vorbehalten. Verwendung fanden Brokatstoffe schon immer nicht nur für Prunkgewänder, sondern auch als Möbelbezugsstoff oder als Tapete. Charakteristisch für Brokatstoffe ist ihr leichter Glanz, der nicht nur durch die verwendeten Metallfäden, sondern auch durch die typische Webart bedingt ist. Die sogenannte Atlasbindung lässt ein Gewebe entstehen, bei dem die parallelen Schussfäden hauptsächlich auf der Oberseite zu sehen sind – das verleiht dem Stoff je nach Lichteinfall einen besonderen Glanz.

Metallfäden für Brokatstoffe

Waren die für Brokatstoffe verwendeten Metallfäden früher in der Regel Gold- oder Silberfäden, so werden heute vor allem Effektfäden verwendet, die nicht oxidieren können. Häufig eingesetzt werden zum Beispiel Lurexfäden. Diese bestehen aus Aluminiumfolie, die beidseitig mit Polyester beschichtet wird.

Sehr strapazierfähig

Die heute als Möbelbezugsstoff hergestellten Brokatstoffe sind sehr strapazierfähig. Häufig sind selbst aus echter Seide gewebte Brokatstoffe lichtecht und als Polsterstoff geeignet. Die Entscheidung für einen Brokatstoff als Sofabezug hängt daher vor allem von stilistischen Erwägungen ab. Die Muster moderner Brokatstoffe orientieren sich überwiegend an historischen Vorlagen. Bei der Restaurierung von antiken Sitzmöbeln kann deshalb auf ein breites Angebot an Mustern zum Beispiel aus dem Barock, dem Rokoko, dem Empire oder dem Klassizismus zurückgegriffen werden.